Polycarbonat
Polycarbonat, kurz PC, ist ein transparenter Kunststoff. Er ist vor allem dafür bekannt, dass daraus CDs und DVDs hergestellt werden und er als Glasersatz genutzt wird.
Welches Material ist Polycarbonat?
Polycarbonat ist ein Thermoplast, also ein Kunststoff, der bei hoher Hitzeeinwirkung schmilzt und formbar wird. Kunststoffe allgemein sind Polymere, das bedeutet, dass sie aus ganz vielen aneinander hängenden identischen Einheiten bestehen. Im Falle von Polycarbonat ist diese einzelne Einheit, auch Monomer genannt, Bisphenol A (BPA).
Eigenschaften und Vorteile von Polycarbonat
Polycarbonat ist bis 120 Grad Celsius fest. Es behält seine Steifigkeit demnach sehr lange und ist in einem breiten Temperaturbereich einsetzbar. Zudem zeichnet sich das Material durch eine hohe Transparenz aus. Eine völlige optische Klarheit entsteht aber erst, wenn es mechanisch oder chemisch poliert wird.
Polycarbonat selbst ist nicht sehr UV-beständig, da es unter direkter Sonneneinstrahlung vergilbt und spröde wird. Dieses Problem lässt sich sehr einfach mit einem UV-Schutz beheben. Meist wird dazu eine coextrudierte Schutzschicht aufgetragen, die schädliche UV-Strahlen blockiert und das Material ideal für den Einsatz im Außenbereich macht.
Wofür wird Polycarbonat verwendet?
Ursprünglich vor allem für CDs und DVDs genutzt, ist der Einsatzbereich von Polycarbonat heute sehr vielfältig. Hauptsächlich findet man es als leichten und widerstandsfähigen Glasersatz sowie in technischen Bauteilen und im Elektronikbereich. Polycarbonat-Platten mit UV-Veredelung werde aufgrund ihrer Witterungsbeständigkeit unter anderem für Überdachungen, Gewächshäuser oder Sicherheitsverglasungen genutzt.
Ist Polycarbonat giftig?
Polycarbonat selbst ist nicht giftig und kann ohne Bedenken genutzt werden. Die Sorge, dass es sich bei Polycarbonat um ein giftiges oder gesundheitsschädliches Material handelt, kommt daher, dass der Ausgangsstoff Bisphenol A (BPA) als bedenklich gilt, da er hormonell wirken kann. BPA wird bei der normalen Nutzung von Polycarbonat aber nicht abgespalten. In besonders kritischen Einsatzgebieten, wie Trinkflaschen für Babys oder Lebensmittelbehältern allgemein, wird Polycarbonat dennoch nicht eingesetzt, da Spuren des BPAs bei der Herstellung am Polycarbonat heften bleiben können. Beim normalen Gebrauch, etwa als Überdachung oder im Sicht- und Sonnenschutz, ist das allerdings völlig unbedenklich.
Unterschied Polycarbonat oder Plexiglas
Sowohl Polycarbonat als auch Plexiglas werden häufig als Glasersatz eingesetzt. Plexiglas oder auch Acrylglas ist kratzfester und hat eine höhere Lichtdurchlässigkeit und Brillianz als Polycarbonat. Der große Nachteil von Plexiglas im Vergleich zu Polycarbonat ist aber, dass das Material bei starker Belastung bricht. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Plexiglas da sinnvoll ist, wo es primär auf die Optik ankommt, also bei transparenten Designs oder Sichtscheiben. Polycarbonat hingegen ist besser, wenn absolute Bruchsicherheit an erster Stelle steht. Das betrifft beispielsweise industrielle Schutzscheiben, Vandalismusschutz, Maschinenabdeckungen oder ähnliches.