Polyester
Polyester ist eine synthetische Kunstfaser, die etwa 50 Prozent aller Textilfasern ausmacht. Polyester wird bei Kleidung eingesetzt, aber auch bei Wohntextilien wie Kissenbezügen oder textilem Sonnenschutz.
Was ist Polyester?
Polyester ist ein Polymer, das bedeutet, dass es aus sehr vielen zusammenhängenden identischen Einheiten besteht. Im Falle von Polyester sind die einzelnen Einheiten verschiedene Erdölderivate wie Terephthalsäure und Ethylenglykol. Der chemische Name für Polyester ist Polyethylenterephthalat (PET). Der Stoff PET wird aber nicht nur zu Polyester-Fasern weiterverarbeitet, sondern beispielsweise auch zu Flaschen.
Herstellung von Polyester
Polyester wird im sogenannten Schmelzspinnverfahren produziert. Dabeiwerden die Rohstoffe auf 240 bis 280 Grad Celsius erhitzt. Unter Druck verbinden sie sich dann zu langen Polymerketten, aus denen anschließendFasern gesponnen werden.
Vorteile von Polyester
- Polyester verfügt über eine hohe Formstabilität und Knitterresistenz. Das ist beispielsweise bei Plissees wichtig, die ihre gefaltete Stoffstruktur lange beibehalten müssen.
- Stoffe auf Basis von Polyester sind schnell trocknend und pflegeleicht.
- Anders als gefärbte Naturfasern, etwa Leinen oder Baumwolle, hält Polyester die Farbe sehr gut. Das bedeutet, dass das Material eine gute Lichtechtheit und Witterungsbeständigkeit hat.
- Sowohl die Rohstoffe als auch die Produktion von Polyester sind sehr günstig. Zudem ist das Material langlebig und oft recycelbar.
Nachteile von Polyester
Polyester und Kunststoffe im Allgemeinen stehen oft wegen ihrer Umweltwirkung in der Kritik. Kunstfasern sind nicht biologisch abbaubar, was bedeutet, dass sie Jahrhunderte lang in der Umwelt erhalten bleiben. Deswegen gibt es viele Versuche, Kunststoffe zu recyclen oder umweltfreundlicher herzustellen. Im Falle von Polyester werden PET-Flaschen recyclet (rPET) und zu Textilien verarbeitet.
Verwendung im Sicht- und Sonnenschutz
Alternativen zu Polyester
Je nach Einsatzbereich können Polyesterfasern durch andere Fasern ersetzt werden.
- Baumwolle, Leinen und andere Naturfasern sind insbesondere bei Kleidung oder Bettwäsche beliebt, weil sie natürlich und atmungsaktiv sind. Allerdings sind sie auch knitteranfällig und weniger lichtecht, was sie für Lamellenvorhänge und co. nur eingeschränkt nutzbar macht.
- Acryl ist wie Polyester eine synthetische Faser. Allerdings ist es witterungsbeständiger als Polyester, weshalb es gerne für außenliegenden Sonnenschutz genutzt wird.
- Halbsynthetische Fasern wie Viskose basieren auf Naturfasern, werden aber so stark bearbeitet, dass sie nicht mehr als Naturfaser bezeichnet werden können. Sie sind besonders bei Kleidung beliebt, weil sie nachhaltiger und atmungsaktiver als Kunstfasern sind. Mit halbsynthetischen Fasern kann aber deutlich einfacher als mit Naturfasern eine fließende Optik erreicht werden. Der hohe Verarbeitungsgrad macht sie allerdings zu teuer und die Stoffeigenschaften ungeeignet für innenliegenden Sichtschutz.